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Letzte Aktualisierung: 29.09.2010
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basics: Integratives Lernen

Das Lern-Konzept in Kürze

Integration
Behinderte Kinder sind in bestimmten Bereichen gehandikapt. Sie brauchen an diesen Stellen besondere Lernbedingungen und Hilfen.

Behinderte Kinder zusammen mit nicht behinderten Kindern machen deutlich, dass alle Kinder ihre jeweils individuellen Lernbedingungen brauchen - die einen weniger, die anderen mehr.

Antje (3. Klasse):"Henrik, der muss das ja machen, der hat ja so eine Behinderung, dass der nicht stillsitzen kann. Das ist ja auch schwer. Ich kann auch nicht so lange stillsitzen. (...) Sebastian sitzt im Rollstuhl, Nadine auch, jeder hat so was, Du hast was mit dem Mund, ich auch, hab auch so eine Zahnspange, jeder hat was." weiter...

Team-Teaching
Individualisierendes Lernen vor allem unter Einbeziehung schwer gehandikapter Kinder geht nur mit mehreren ausgebildeten Personen. Wenn diese sich dann auch noch als Team verstehen und arbeiten, entsteht etwas ganz besonderes: die jeweils vorhandenen persönlichen Stärken und Schwächen des Pädagogen ergänzen sich vorteilhaft, die Kinder bekommen Teamarbeit vorgelebt und erleben dies als sie umgebende Kultur. In unübersichtlichen Situationen bewahrt immer eine Person den Überblick. Und ganz simpel: es macht mehr Spaß, es werden eher unübliche, anspruchsvolle Projekte begonnen, die einer allein sich nie trauen würde. Das merken die Schüler und reagieren mit erhöhter Beteiligung. weiter...

Gruppenarbeit
Kinder haben wie Menschen auch, unterschiedliche Fähigkeiten, Neigungen und Interessen, arbeiten unterschiedlich und lassen sich durch verschieden begeistern: in selbst gewählten Gruppen können sich diese Unterschiedlichkeiten ergänzen: dort wo der eine schon aufgegeben hat, hat die andere ihre Stärke und kann die anderen mitziehen. Dort wo einer keine Idee hat, sprüht der andere nur so und dann ist da plötzlich auch etwas für den dabei, dem nichts einfiel.

Das hat die Industrie längst begriffen: Einstellungsvoraussetzungen für Lehrlinge bei Mercedes-Benz Bremen sind vor allem: Kooperationsfähigkeit, Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Kritikfähigkeit, Fähigkeit zum eigenständigen Lernen und Engagement. weiter...

Projektarbeit
Kein Kind lernt isoliert Fahrradfahren, sondern es lernt Fahrradfahren, weil es damit die Möglichkeit erhält, einen größere Umgebung zu erforschen, Freunde zu besuchen oder mit ihnen zusammen etwas zu unternehmen. Projektarbeit greift diesen umfassenden Aspekt des Lernen auf: unter einem gemeinsamen Thema: "Sommer" oder "Küste" oder "Römer" können sich die Schüler nach selbstgewählten Neigungen, Interessen oder Fähigkeiten Themen suchen oder stellen. Die damit entstehende Vielfältigkeit bieten allen Motive und Beteiligungsformen, denn zum Projektcharakter gehört an wichtigster Stelle die am Ende stehende Präsentation, deren Form - ob Rapgesang oder Videopräsentation, ob schriftliche Arbeit oder szenarische Vorführung ist der Gruppe überlassen. So ist gewährleistet, dass alle Fähigkeiten und Künste der Schüler beteiligt werden können, was wiederum dazu führt, dass verschiedenste Zugangformen für die Themen den individuellen Neigungen und Interessen der Schüler entgegenkommen. weiter...

Sofaecke
Die Sofaecke ist individueller Rückzugsbereich für Schüler, die mal Pause machen müssen und zentraler Kommunikationsort für wichtige soziale Diskussionen und Auseinandersetzungen. Dabei hat die erzwungene körperliche Enge der Situation (20 Schüler auf vier kleine Sofas) durchaus einen gebilligten Zweck: Sie macht unabweislich allen klar: wir hier müssen miteinander auskommen - und je besser desto besser.

In den ersten vier Schuljahren begann der Tag darüber hinaus mit dem Morgenkreis, in dem jedes Kind erst einmal berichten konnte, was ihn gerade beschäftigt, gestern war oder morgen auf ihn zukommt. Die zeitliche Länge dieses Kreises ergab sich aus dem, was zu erzählen war. Reihenfolge und Nachfragen der Beiträge regelten die Kinder selbst - was sie bis heute in der 10. Klasse immer noch wie selbstverständlich machen. weiter...

Keine Zensuren
Zensuren behindern das Lernen, weil sie die natürliche Motivation der Jugendlichen durch eine künstliche Stimulans ersetzen.

Zensuren geben vor objektiv zu sein - dabei sind sie alles andere - nur nicht objektiv.

Zensuren sind als Feedback ungeeignet, weil sie keine inhaltliche Aussage über den Wissensstand machen können.

Zensuren messen deshalb auch mehr die Fähigkeit des Schülers, mit der Angst fertig zu werden, als ein fachliches Wissen und seine Arbeitsfähigkeit

Zensuren sind letztlich nur ein Machtinstrument in der Hand der Lehrer und der Schulbehörde und dienen dazu, den Zugang zu weiterführenden Lerninstitutionen zu regeln - zu begrenzen.

Sie sind nichts weiter als ein Ausleseinstrument, dass sich hinter scheinbarer Objektivität verbirgt. Man könnte die Schüler auch der Größe nach aufstellen - man hätte die gleiche Vorhersagequalität wie mit den Zeugnissen (nach einer Untersuchung von Udo Undeutsch).

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